Ich möchte mich ihnen ganz kurz vorstellen, damit Sie wissen mit wem Sie es zu tun haben:
Mein Name ist Thomas Hofmann.
Ich beschäftige mich seit vielen Jahren mit Kindern, denen das Lesen und Schreiben Schwierigkeiten bereitet.

Thomas Hofmann – der LRS-Profi

Zu dieser Arbeit bin ich durch eine persönliche Erfahrung in meiner Familie gekommen.
Was damals mit vielen Fragen begann, hat mich über Fortbildungen, Weiterbildungen und praktische Erfahrungen zu meiner heutigen Arbeitsweise geführt.

Auf dieser Website möchte ich Ihnen zeigen, was mich dabei beschäftigt, was ich bei Kindern beobachte und weshalb ich manches anders angehe, als Sie es vielleicht erwarten.

Sie finden hier Gedanken, Erfahrungen und Anregungen rund um das Lesen- und Schreibenlernen.

Und wenn Sie meine Arbeit näher kennenlernen möchten, können Sie auch selbst etwas ausprobieren.

Schauen Sie sich in Ruhe um.

Vielleicht entdecken Sie dabei eine Frage, die Sie Ihrem Kind bisher noch nicht gestellt haben.

Zwei Kinder.
Dieselbe Lehrerin.
Und zwei völlig unterschiedliche Erfahrungen.

Wie kommt es eigentlich, dass ein Kind das Lesen und Schreiben beinahe mühelos lernt, während ein anderes Kind damit große Schwierigkeiten hat?

Diese Frage habe ich mir damals keineswegs aus beruflichem Interesse gestellt.

Sie ergab sich aus einer ganz persönlichen Situation.

Die Tochter meiner Frau hatte Schwierigkeiten, die Schriftsprache zu erlernen.
Meine eigene Tochter dagegen hatte Deutschunterricht bei derselben Lehrerin gehabt.
Für sie war das Lesen- und Schreibenlernen vergleichsweise leicht und unproblematisch.

Zwei Kinder.
Dieselbe Lehrerin.
Und dennoch verlief das Lernen völlig unterschiedlich.

Das hat mich nachdenklich gemacht.

Wenn die eine das so leicht lernt und die andere nicht, dann kann es doch nicht allein an der Schule liegen.

Aber woran liegt es dann?

Diese Frage war für mich der Anfang.

Ich hatte damals keine fertigen Antworten.
Was folgte, war eine lange Suche – mit Erkenntnissen, Umwegen, Rückschlägen und immer wieder neuen Fragen.

Es gab Höhen und Tiefen.
Nicht alles, was vielversprechend aussah, führte zum Ziel.
Und manches, das zunächst unscheinbar wirkte, erwies sich als wichtig.

So bin ich Schritt für Schritt in ein Thema hineingewachsen, das mich bis heute beschäftigt.

Heute weiß ich: nicht alle Kinder lernen auf dieselbe Weise.
Und wenn ein Kind Schwierigkeiten mit dem Lesen und Schreiben hat, hilft es wenig, einfach nur mehr vom Gleichen zu verlangen.

Man muss genauer hinsehen.

Was kann dieses Kind bereits?
Wie geht es beim Schreiben vor?
Was gelingt ihm – und was noch nicht?
Und wie können wir ihm helfen, einen Weg zu finden, der für es funktioniert?

Mit diesen Fragen beschäftige ich mich seit vielen Jahren.

Auf dieser Website möchte ich meine Erfahrungen mit Ihnen teilen.
Nicht mit dem Anspruch, für jedes Kind eine einfache Lösung zu haben.
Sondern weil ich glaube, dass ein genauerer Blick auf das Lernen vieles verändern kann.

Vor allem den Blick auf das Kind selbst.

Eine Erinnerung, bei der ich noch heute den Kopf schüttele

Auf unserem Weg gab es einiges, was mich bis heute beschäftigt.
Eine Erinnerung ist mir besonders geblieben.

Wir waren mit unserer Tochter bei einem Mann, der sich mit seiner Methode offenbar viel versprach.
Er leuchtete ihr mit einer Taschenlampe gewissermaßen in den Kopf.
Das ist durchaus wörtlich zu verstehen: Taschenlampe auf die Stirn gesetzt und eingeschaltet.

Ich mach’s jetzt ganz kurz: Wir wollten dort nicht noch einmal hingehen.

Was mich bis heute an dieser Begegnung irritiert, ist nicht einmal allein die Methode.
Es war die Reaktion auf unsere Entscheidung:
Dass wir nicht wiederkamen, wertete er als Erfolg seiner Technik.

Da standen wir also.
Mit einem Kind, das Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben hatte, und mit der Frage, was ihm wirklich helfen könnte.

Eine befriedigende Antwort hatten wir damit nicht gefunden.

Diese Episode erklärt nicht, wie meine heutige Methode entstanden ist.
Der Weg dorthin führte über zahlreiche Fortbildungen, Weiterbildungen und praktische Erfahrungen.
Meine Arbeitsweise hat sich über viele Jahre entwickelt.
Solche Erfahrungen haben mich auf meinem Weg begleitet.
Es gab nicht den einen Augenblick, in dem plötzlich alles klar war.
Es gab Umwege, Enttäuschungen und neue Anläufe.

Vielleicht hat mich gerade das vorsichtiger gemacht, wenn jemand behauptet, eine einfache Lösung für die Schwierigkeiten eines Kindes zu haben.

Denn am Ende zählt für mich nicht, wie überzeugend jemand eine Methode erklären kann.

Es zählt, was beim Kind ankommt.

Versteht es besser, was es tut?
Gewinnt es Sicherheit?
Entdeckt es, dass es durchaus etwas kann?

Das sind die Fragen, die mich interessieren.

Und sie sind es bis heute, die meine Arbeit bestimmen.

Ich mache etwas anders.

Wenn ein Kind Schwierigkeiten mit dem Schreiben hat, ist der übliche Weg schnell beschrieben.

Die Fehler werden gezählt.
Es wird festgestellt, welche Wörter falsch geschrieben wurden.
Und dann wird geübt.

Das ist nachvollziehbar.
Schließlich möchte man, dass das Kind diese Wörter beim nächsten Mal richtig schreibt.

Aber mich interessiert zunächst etwas anderes.

Ich frage das Kind.

Ich möchte wissen, wie es vorgeht, wenn es ein Wort schreibt.
Was macht es, wenn es ein Wort richtig schreibt?
Woran orientiert es sich?
Und was passiert, wenn es unsicher wird?

Das sind keine Fragen, die man für alle Kinder gleich beantworten kann.

Deshalb stelle ich sie dem Kind selbst.

Denn bevor ich entscheide, was ein Kind üben soll, möchte ich verstehen, wie es eigentlich lernt.

Ich schaue nicht nur auf die Fehler, sondern auch auf das, was bereits gelingt.

Das verändert den Ausgangspunkt unserer gemeinsamen Arbeit.

Wir beginnen nicht mit der Feststellung, was alles falsch ist.
Wir beginnen damit, herauszufinden, was das Kind schon kann und wie wir daran anknüpfen können.

Daraus entwickelt sich der weitere Weg.

„Wie machst du das eigentlich, wenn du etwas richtig schreibst?“

Die Reaktion ist oft erstaunlich.

Diese Frage stelle ich Kindern, die Schwierigkeiten mit dem Schreiben haben.

Das Kind schaut mich an.
Manchmal wirkt es, als hätte es die Frage nicht richtig verstanden.
Schließlich ist es doch wegen seiner Fehler hier.
Weil es Wörter falsch schreibt.
Weil es üben soll.

Und jetzt fragt einer ausgerechnet danach, wie es etwas richtig macht.

Dabei finde ich genau das interessant.

Wir Erwachsenen schauen schnell auf die Fehler.
Wir zählen sie, korrigieren sie und überlegen, was das Kind noch üben muss.

Aber wie oft fragen wir das Kind eigentlich, wie es vorgeht, wenn etwas gelingt?

Ich möchte das wissen.

Nicht, weil ich schon eine Antwort vorgefertigt habe.
Sondern weil ich verstehen möchte, wie dieses Kind beim Schreiben vorgeht.

Was kann es bereits?
Was gelingt ihm?
Und was können wir daraus für die weitere Arbeit lernen?

Und dann schicke ich noch eine zweite Frage hinterher:

„Was meinst du: Vielleicht gelingt es uns ja, die Technik die du bei den richtigen Worten nutzt, ganz simpel auf die anderen Wörter zu übertragen. Wie wäre das denn?“

Das ist der Start in eine Zusammenarbeit zwischen den Kind und mir.
Ich bin überzeugt, dass wir gemeinsam herausfinden können, wie wir an das anknüpfen, was auch dein Kind bereits kann.